BGM - Mehr als Sport oder Massagen am Arbeitsplatz

Das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) hat zum Ziel die Gesundheit und damit die Produktivität der Mitarbeiter zu erhöhen. Dabei ist mehr gemeint als aktive Pausen, Fitnesskurse am Arbeitsplatz oder Massagen in Ihren Räumlichkeiten.

BGM setzt sich aus drei Säulen zusammen:

  • der Arbeits- und Gesundheitsschutz
  • das betriebliche Eingliederungsmanagement
  • die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF)

Die ersten beiden Säulen sind gesetzlich verpflichtend. Die letzte Säule ist freiwillig. Genau hier komme ich als Experte ins Spiel.

Die oben aufgezählten Aktivitäten kann man als Maßnahmen unter der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) einordnen. Das BGF ist personenbezogen, konzentriert sich also auf den einzelnen Mitarbeiter, wo hingegen das BGM organisationsorientiert ist. Anders ausgedrückt: Das BGM setzt die Rahmenbedingungen und das BGF ist Teil dieses Rahmens.

Gründe fürs BGM

Nutzen für Sie als Unternehmer:

 

·         Ökonomisch

o   Niedrige Krankheitskosten

o   Weniger Arbeitsunfälle

o   Weniger Fluktuationsraten

o   Höhere Produktivität

 

·         Organisatorisch

o   Besseres Betriebsklima

o   Personalbindung und –rekrutierung

o   Imageverbesserung

o   Arbeitsschutz

 

·         Beschäftigte

o   Höhere Gesundheit

o   Arbeitszufriedenheit

o   Identifikation

o   Engagement

 

Weitere Gründe für BGM

 

Durch die Globalisierung erhöht sich die Konkurrenzsituation. Ein Markt besteht unter Umständen nicht mehr nur aus den nationalen Konkurrenten, sondern durch die Verbesserung der Transport und Vertriebswege kommen auch Konkurrenten von anderen Kontinenten dazu, die ggf günstiger produzieren können.  In Deutschland gibt es daher den Trend der Tertiarisierung. Es werden mehr Dienstleistungen angeboten. Mit den Dienstleistungen gehen neue Beschäftigungsmodelle, wie Homeoffice einher, die auch zu wechselnden und ungewöhnlichen Arbeitszeiten führen können. All diese Faktoren erhöhen die Gefahr an psychischen Krankheiten zu erleiden, wenn kein gutes Stressmanagement vorhanden ist.

 

Auch der Demografische Wandel erfordert einen neuen Einsatz des Personals. Ältere Beschäftigte sind körperlich nicht so leistungsfähig, wie jüngere Kollegen, aber ihr Wissen sollte jeder Betrieb bestmöglich nutzen. Auch zeigen Studien, dass tendenziell je älter ein Mitarbeiter ist, der erkrankt, desto länger ist die Ausfallzeit durch die Krankheit. Auch sollte die Arbeitsleistung pro Mitarbeiter erhöht werden, denn in Zukunft stehen wahrscheinlich immer weniger Arbeitnehmer zur Verfügung.

 

Eine wichtige Kennzahl für Sie als Unternehmer ist der Return on Investment (ROI), also was Sie für jeden Euro, den Sie ins BGM stecken, wieder herausbekommen. Dieser Wert ist leider nicht so leicht zu ermitteln, da zum Beispiel Gesundheit nicht nur am Arbeitsplatz beeinflusst wird, ein BGM eine eher langfristige Wirkung entfaltet und die weichen Faktoren, wie Arbeitsplatzzufriedenheit und Betriebsklima nicht empirisch optimal gemessen werden können.

 

Bei den Fehlzeiten hat man harte Fakten und hier kann man auch den ROI bestimmen. Der ROI bezogen auf den Absentismus liegt bei 1:2,5 – 1:10,1.

 

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

 

Handlungsfelder und Maßnahmen im BGM

Da Sie keine finanziellen oder personellen Mittel verschwenden möchten, sollten Sie nicht ziellos Maßnahmen für Ihre Mitarbeiter anbieten. Ein gutes BGM hat wie jeder gute Managementprozess 4 Kernprozesse:

  1. Festlegung Strategie
  2. Analyse
  3. Umsetzung
  4. Evaluation

Wird nicht nach dieser Reihenfolge vorgegangen, agieren sie nach dem Gießkannenprinzip: Sie bieten Leistungen und Maßnahmen an und hoffen, dass Ihre Mitarbeiter davon profitieren. Im schlimmsten Fall verschwenden sie Ressourcen und die Gesundheit ihrer Mitarbeiter bleibt wie sie ist.

 

Um zu wissen, welche Maßnahmen die eigene Belegschaft braucht, sollte zu Anfang eine umfassende Analyse durchgeführt werden. Dieser Schritt sollte nicht vernachlässigt werden, denn nur durch eine fundierte Analyse der Bedürfnisse der Mitarbeiter können die richtigen Maßnahmen gefunden werden und die eingesetzten Mittel bestmöglich genutzt werden.

 

Bei den Handlungsfeldern unterscheidet man zwischen den Rahmenbedingungen, die für alle Mitarbeiter wirken und den individuellen Maßnahmen für den einzelnen Mitarbeiter, auch betriebliche Gesundheitsförderung genannt.

 

Die betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) ist ein Teil vom betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM). Im BGF konzentriert man sich auf den einzelnen Mitarbeiter. Es gibt drei große Bereiche, in denen man Maßnahmen durchführt:

  • Bewegungsförderliches Arbeiten
  • Gesundheitsgerechte Ernährung
  • Stressbewältigung und Suchtprävention

Die vielfach verbreiteten Gesundheitstage, Massagen am Arbeitsplatz oder Kooperationen mit Fitnessstudios können dabei nur eine Maßnahme sein. Im BGF sowie auch im BGM geht es darum Strukturen und Prozesse zu integrieren, die systematisch die Gesundheitspotenziale der Mitarbeiter stärken und fördern.

 

 

Bei den Rahmenbedingungen gibt es folgende Bereiche, die verbessert werden können:

  • Arbeitsumgebung und –bedingungen
  • Arbeitsinhalte und –anforderungen
  • Arbeitsorganisation
  • Betriebliches Eingliederungsmanagement
  • Personalplanung, -auswahl, -einsatz und -bewegung
  • Unternehmenskultur
  • Qualifikation der Mitarbeiter
  • Gesunde Führung, Management und Kommunikation

 

Auch hier soll noch einmal auf die Wichtigkeit einer fundierten Analyse hingewiesen werden, um eingesetzte Mittel optimal für die richtigen Maßnahmen zu nutzen. Mit der Optimierung der Rahmenbedingungen erreicht man für jeden Mitarbeiter einen Arbeitsplatz, der weder unter- noch überfordert.

 

Akteure im BGM

  • Arbeitskreis Gesundheit

Mitglieder

BGM Koordinator

 Vertretung Geschäftsführung

 Personalbearbeiter

 Vertreter Mitarbeiter

 Externer Berater

 Fachkraft Arbeitssicherheit

 Betriebsarzt

 Betriebsrat

 

Aufgaben

 Strategie BGM

 Analyse

 Maßnahmenentscheidung

 Strukturierung betrieblicher Gesundheitskommunikation

 Steuerung finanzieller & personeller Ressourcen

 Gestaltung BGF

 Vernetzung BGM-relevante Bereiche

 Gestaltung Handlungsfelder

 

  • Arbeitsschutzausschuss

nach § 11 Arbeitssicherheitsgesetz:

"Soweit in einer sonstigen Rechtsvorschrift nichts anderes bestimmt ist, hat der Arbeitgeber in Betrieben mit mehr als zwanzig Beschäftigten einen Arbeitsschutzausschuß zu bilden; bei der Feststellung der Zahl der Beschäftigen sind Teilzeitbeschäftigte mit einer regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit von nicht mehr als 20 Stunden mit 0,5 und nicht mehr als 30 Stunden mit 0,75 zu berücksichtigen. Dieser Ausschuß setzt sich zusammen aus:

dem Arbeitgeber oder einem von ihm Beauftragten,
zwei vom Betriebsrat bestimmten Betriebsratsmitgliedern,
Betriebsärzten,
Fachkräften für Arbeitssicherheit und
Sicherheitsbeauftragten nach § 22 des Siebten Buches Sozialgesetzbuch.

Der Arbeitsschutzausschuß hat die Aufgabe, Anliegen des Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung zu beraten. Der Arbeitsschutzausschuß tritt mindestens einmal vierteljährlich zusammen.

 

  Temporäre Akteure

 

  • Gesundheitszirkel

Erarbeitung unspezifischer Gesundheitsmaßnahmen

 

  • Fokusgruppe

Erarbeitung spezifischer/themenbezogener Gesundheitsmaßnahmen

 

Erfolgsfaktoren BGM

  • Vernetzung interner und externer BGM-Experten
  • BGM-Prozessschritte befolgen
  • Berücksichtigung BGM-Standards
  • umfangreiche Bedarfsanalyse
  • Tätigkeits- und zielgruppenspezifische Interventionen
  • Verhalten- & Verhältnisprävention